Chiara Margarita Cozzolani

Chiara Margarita Cozzolani, die einer wohlha­benden Mailänder Familie entstammte, trat 1620 ins Kloster ein und war später Priorin und Äbtissin. Zwischen 1640 und 1650 veröf­fent­lichte sie vier Editionen geist­licher Werke, vorwiegend Psalm­ver­to­nungen für den klöster­lichen Gottes­dienst, dessen musika­lisches Niveau hervor­ragend gewesen sein muss:

Die Nonnen von St. Radegonda in Mailand zeichnen sich in ihrer Musikalität durch so seltene Exzellenz aus, dass man sie zu den ersten Sänge­rinnen von ganz Italien zählt. Sie tragen den Habit des Heiligen Vaters Benedikt, und doch erscheinen sie unter ihren schwarzen Gewändern demjenigen, der ihnen zuhört, als reine, vom Wohlklang erfüllte Schwäne, die das Herz mit Staunen erfüllen und die Zunge zu ihrem Lobe fortreißen.“ So schrieb 1670 ein Mailänder Chronist über die hoch entwi­ckelte Musik­kultur in Kompo­sition und Auffüh­rungs­praxis Mailänder Klöster, und auch spätere Reisende wie Charles Burney haben dieses Lob wiederholt.

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